27
Feb
2018

Sagres – an der Südwestspitze Europas!

Das Ende der Welt – so glaubte man bis ins 14. Jahrhundert, sei hier erreicht, an der Westspitze Europas. Karge Landschaft, windumtost, hohe Wellen, Steilküste…

Das Cabo de Sao Vicente (Kap des Heiligen Vincent) ist beeindruckend und auf jeden Fall einen Ausflug wert!

Die felsige Halbinsel reicht weit in den Atlantik hinein und war schon den Römern als magischer Ort bekannt. Sie nannten ihn: Promontorium sacrum (heiliges Vorgebirge). Hier wohnten die Götter am Ende der Welt, da wo die Sonne im Meer versinkt.Von den Christen wurde der Ort dem Heiligen Vincent geweiht. Laut der Legende starb der Märtyrer unter Folter in der Zeit der Christenverfolgung im 4. Jahrhundert. Der Leichnam sollte auf einem Acker den Vögeln zum Fraß überlassen werden, er wurde aber von zwei Raben beschützt. Daraufhin wurde er in einen Sack genäht und mit Steinen beschwert ins Meer geworfen. Schließlich wurde er hier an Land gespült, immer noch begleitet von den beiden Raben. Eine fromme Frau nahm sich dem Toten an und bestattete ihn… (huaaaa… echt ein bisschen gruselig, oder?)Auf den bis zu 70 m hohen Klippen wacht der Leuchtturm über die Seefahrer. Es ist der leistungsstärkste in ganz Europa! Die 3000 Watt starke Lampe bildet einen Lichtkegel der bis zu 60 km weit sichtbar ist und das ist auch gut so!Die Gewässer dort sind stark befahren und gelten als äußerst gefährlich! Für Nebeltage sind zusätzlich neben dem Turm zwei große Nebelhörner angebracht, die alle 15 Sekunden einen tiefen Ton ausstoßen. Die angestellten Leuchtturmwärter leben mit ihren Familien auf dem Gelände und arbeiten im Schichtdienst rund um die Uhr!Der Leuchtturm kann von innen nicht besichtigt werden, aber du erfährst viel Interessantes in dem kleinen Museum am Kap.Kannst Du Dir vorstellen, dass im Januar 2014 die Wellen über den Leuchtturm geschlagen sind? Das heißt die Gischt spritzte über die Klippen und über den Leuchtturm also mindestens 80 m hoch!!! Besucher und auch Angestellte mußten bis auf die Leuchtturmwärter die Anlage verlassen! Da war es bei unserem Besuch Gott sei Dank etwas friedlicher!

Um den Leuchtturm herum ist die Landschaft karg.Die konstanten Winde verhindern so gut wie jedes Pflanzenwachstum. Nur ein paar Ginsterbüsche und vereinzelte Blumen können hier den Naturgewalten trotzen.Bei unserem Urlaub an der Algarve hatten wir eine selbst für Portugal außergewöhnliche Hitzewelle erwischt und die Temperatur lag 2 Wochen lang bei über 32 Grad am Tag. So weit, so schön… für den einen oder anderen Ausflug war das aber doch ein bisschen heiß und man hätte ins Schwitzen geraten können. Anders hier in Sagres! Wenn Du eine Erfrischung brauchst, bist Du hier richtig!

Und auch wenn es kuschelig warm aussieht mit dem schönen blauen Himmel, der Wind trägt die Kälte vom Atlantik hier an Land… und nein, mein Mann trägt normalerweise keine Damenschals… das war eine Leihgabe meinerseits…… während ich mir gleich mein Handtuch um den Hals gewickelt habe:Ein bisschen durchgefroren und mittlerweile auch hungrig, sind wir zum Parkplatz zurück. Gut, dass es hier noch die letzte Bratwurst vor Amerika gibt! Ja, Du hast richtig gehört! Hier haben ein paar fränkische Auswanderer einen Bratwurststand aufgestellt, verkaufen original Nürnberger und Thüringer Bratwürste und sind damit zur Institution geworden. Du bekommst sogar noch ein Zertifikat, dass Du das heilige Cabo de Sao Vicente mit Deinem Besuch beehrt hast. Klar, alles PR, aber in diesem Fall sehr gute und so lassen wir uns die Würstl schmecken.So gestärkt geht es für uns ins Auto und nach kurzer Fahrt erreichen wir:

Fortaleza de Sagres

Das Fort ist ein portugiesisches Nationaldenkmal mit überragender Bedeutung. Es wurde im 15. Jahrhundert von Infant Dom Henrique de Avis erbaut, der hier auch 1460 verstarb. Als Heinrich der Seefahrer bekannt, brachte er Weltruhm nach Sagres. Seinem Wirken ist zu verdanken, dass der Ort in die Geschichte eingegangen ist und für immer mit den portugiesischen Entdeckungsfahrten in Verbindung gebracht wird.

Strategisch günstig gelegen, auf einer 1 km langen Landzunge namens Ponta de Sagres, wird das Fort von drei Seiten von den hohen Klippen geschützt und auf einer Seite von einer massiven Burgmauer.In seiner langen und wechselvollen Geschichte wurde das Fort auch 1587 von Sir Francis Drake angegriffen und größtenteils zerstört.

Erst 1921 entdeckte man zufällig einen gepflasterten Steinkreis mit 43 m Durchmesser auf dem Gelände des Forts. Bis heute ist ungeklärt, wozu die Windrose, die Rosa dos Ventos, diente. Manche Theorien gehen davon aus, dass es sich um eine Sonnenuhr handelte, andere glauben, es war eine Navigationshilfe für die Seefahrt.Im Innenhof befindet sich auch die Kapelle „Igreja de Nossa Senhora da Graca“. Die gesamte Anlage und die umliegende Landschaft stehen unter Natur- und Denkmalschutz. Über die gesamte Landzunge zieht sich ein cirka 1,5 km langer Wanderweg.Auch hier zeigt sich die Natur karg, aber dennoch faszinierend.

An der Spitze befindet sich ein weiterer kleiner Leuchtturm. Fantastische Aussichten auf dem Wanderweg um Ponta de Sagres!Und noch ein letzter Blick beim Verlassen des Forts auf den Strand.Schließlich besuchen wir noch den Fischerhafen von Sagres… … und möchten eigentlich noch ein bisschen an den Strand und baden… aber ehrlich… es ist uns momentan selbst am geschützteren Strand von Martinhal zu kalt! So beenden wir unseren Ausflug nach Sagres und genießen Strand und Meer etwas weiter östlich im warmen Sand von Lagos.

Unser Fazit! Toller Ausflug an der Algarve für einen erlebnisreichen Tag mit Kindern. Die spektakulären Aussichten, die Landschaft und das Fort, Piratenlegenden und Seefahrergeschichten, all das lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Sagres ist anders! Sagres bietet einige der besten Surferstrände Portugals. Sagres ist Startpunkt für Hochseefischereitouren. Sagres besitzt wunderschöne Wanderrouten. Sagres ist abenteurlich, abgelegen und dramatisch!

Diese Tour ist auch etwas für Dich?

Dann kommen hier noch ein paar weitere Informationen:

Wetter: Wie gesagt, hier weht meistens eine frische Brise! Also warme Klamotten nicht vergessen!

Schuhe: Bitte zieht anständige Schuhe, am besten Wanderschuhe an. Die Felsen sind glatt und rutschig! Hier herrscht die Natur, ganz ohne Absperrungen. Und selbst mit Absperrungen ist es hier in den letzten Jahren mehrmals zu tragischen Unfällen gekommen! Bitte passt auf und lasst die Kinder nirgends klettern!

Anfahrt: Am einfachsten natürlich mit dem Auto, aber es gibt auch eine Busverbindung von Lagos nach Sagres.

Cabo Sao Vicente:
  • Adresse: Estrada Cabo de Sao Vicente | En 268, Sagres 8650-390, Portugal
  • Parken: war bei unserem Besuch kostenlos.
  • Busverbindung: Unter der Woche gibt es zwei Busverbindungen von Sagres aus. Diese haben jeweils einen halbstündigen Aufenthalt.
  • Verpflegung: Am Leuchtturm gibt es ein kleines Kaffee und beim Parkplatz mehrere Verkaufsstände darunter auch die schon erwähnte letzte Bratwurst vor Amerika.
  • Eintritt Museum: bei unserem Besuch 3 Euro
  • Weitere Informationen: Hier findest Du weitere Infos wie z.B. Öffnungszeiten auf der Hompage vom Leuchtturm! Klick! 
Fortaleza de Sagres:
  • Adresse: südlich im Ort gelegen an der Rua da Fortaleza, Sagres
  • Parken: großer Parkplatz vor dem Fort
  • Eintritt: bei unserem Besuch 3 Euro für Erwachsene, Kinder kostenlos
  • Öffnungszeiten und weitere Informationen: findest Du auf der Homepage von Visit Portugal! Klick!
So, das war es mal wieder von Landei & Co!
Warst Du auch schon in Sagres oder hast Du noch Fragen? Ich freue mich auf Nachrichten über die Kommentarfunktion!
Noch mehr Tipps für Deine Portugalreise findest Du hier! Klick!
Deine Anja und ihr kleines Abenteuerteam!
Ach ja, hier hab ich ja noch etwas für Deine Pinwand auf Pinterest:

 

 

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2 Responses

  1. Ich erinnere mich noch gut an den Besuch am Cabo de Sao Vicente. Dass man damals glaubte, das sei das Ende der Welt ist sehr gut nachvollziehbar. Ein wirklich beeindruckender Ort!
    Viele Grüße von Margit

    1. Landei und Co

      Liebe Margit,
      das finde ich auch! Wenn ich mir jetzt noch einen nebeligen Tag vorstelle, höhere Wellen… ich glaube, dann würde ich das auch heute noch glauben!
      Viele Grüße,
      Anja

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