1
Okt
2017

Auf dem Moorpfad im Premer Filz

Hallo Ihr Lieben,

letzten Sonntag waren wir nach einem Gewitter auf dem Moorpfad im Premer Filz. Die Herbstfärbungen, Sonne und Wolken haben für eine beinahe mystische Stimmung gesorgt! Ursprünglich wollten wir in die Berge. Nachdem sich aber der Himmel früh verdunkelte, warteten wir ab, was das Wetter macht. Nach einem heftigen Regen konnten wir dann am Nachmittag doch noch ein bisschen losziehen. Aber wohin… da fiel uns das Filz ein, in dem wir als Kinder ab und zu rumgestromert waren. Für den offiziellen Wanderweg, der in Prem startet, reichte die Zeit nicht mehr und so entschieden wir uns, das Auto in der Karlsebene abzustellen.Wir laufen ein kurzes Stück in Richtung Steingaden, um dann über eine kleine Brücke in das Premer Filz einzutauchen.

Vorbei geht es an kleinen Wasserlöchern und Teichen, in denen sich die Pflanzen wunderbar spiegeln…… bis wir zur Königsfilzhütte kommen:Hier finden wir auf einer Schautafel Informationen zum Thema Torfstechen.Ich kann mich erinnern, dass in meiner Kindheit noch einige Lechbrucker hier das Brennmaterial gesammelt haben.

Um das Premer Filz rankt sich übrigens auch eine Sage! Wollte man trockenen Weges mit beladenem Fuhrwerk durch das Moor fahren, durfte man sich unter gar keinen Umständen umsehen, sobald man das Gebiet betreten hatte.

Machte man es dennoch, dann stieg ein grausiger Riese, das „Huidingerle“, aus dem Sumpf, packte Mann und Gefährt mit seinen Riesenpranken und zog ihn mitsamt Wagen in die Tiefe. Weil Weibsleute bekanntlich besonders von der Neugierde geplagt werden, duldete es früher kein Mannsbild, dass ihn zur Arbeit im Filz eine Frau begleitete.

Könnt Ihr es erkennen, es versteckt sich überall das Huidingerle:Wir trauen uns dennoch und folgen weiter den Pfaden durch das Moor.

Plötzlich verändert sich das Landschaftsbild:Im Moment sieht es aus, als würden wir uns eher durch die Heide bewegen und nicht durch das bayerische Voralpenland.

Wunderschön die Pflanzen, die wir hier entdecken. Aber Vorsicht! Diese Herbstzeitlose ist eine äußerst giftige Schönheit!Der Geruch von Pilzen streicht immer wieder um unsere Nasen, während wir die Wunder der Natur bestaunen.

Dann kommen wir über einen kleinen Trampelpfad in ein Waldstück, das morbiden Charme versprüht.Wir stromern ein bisschen über die Wege, bis wir merken, dass es hier wohl nicht wirklich weiter geht und drehen wieder um. Unserem kleinsten Wandersmann wurde es auch langsam etwas unheimlich… haben doch Waldgeister oder gar das Huidingerle selber immer wieder Zapfen nach ihm geschmissen…

Wunderschön auch die Perspektive in die andere Richtung:Und so geht er zu Ende, unser Nachmittag im Premer Filz. Gut daß wir uns vom Wetter nicht haben abschrecken lassen… Sonne, Wolken, tolle Stimmungen, eine gute Portion frische Luft, Abenteuergeist und ein bisschen Gruseln… was will man mehr?

Wenn Ihr Euch auch zum Huidingerle traut, hier noch ein paar Infos:

Von Mai bis Ende September finden Führungen durch das Moor statt. Darüber mehr und weitere Infos zum Pfad findet Ihr auf der Hompage der Gemeinde Prem! Klick!

Der offizielle Weg startet in Prem am Touristoffice und Ihr habt die Möglichkeit zwischen einer Strecke von 4,5 km oder 6,5 km Länge zu wählen. Dafür müsst Ihr etwa 2 bis 2 1/2 Stunden einplanen. Mit Kindern natürlich entsprechend mehr.

Der Weg ist nicht kinderwagengeeignet und wenn es zu naß wird, dann gibt es eine Moorpackung gratis…

So, vielleicht habt Ihr ja auch ein bisschen Zeit, um die Natur zu genießen! Dann nix wie raus!

Alles Liebe,

 

Eure Anja vom Landei und ihr Moortrupp!Sucht Ihr weitere Ausflüge in der Umgebung? Dann schaut doch mal hier: Ausflüge im Ostallgäu und in Oberbayern

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2 Responses

    1. Landei und Co

      Danke Tanja! Das fand ich auch! Total entspannend… ich muss immer noch lachen, wenn ich an den Zwerg und die Tannenzapfen denke… schon gefährlich im Moor…

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