14
Okt
2019

Kleine Runde um den Alatsee

… oder: der See, um den sich die Mythen ranken!

Der Alatsee, ein Bergsee wie im Bilderbuch! Eingebettet zwischen den Bergen und in atemberaubenden Natur. Idylle pur – sollte man meinen!

Wir wagen uns heute um den See, um den sich die Mythen ranken und zwar nicht erst seit das Autorenteam Michael Kobr und Volker Klüpfel im Allgäukrimi „Seegrund“ dem Gewässer zu noch größerer Bekanntheit verholfen haben.

Also was hat es mit dem See tatsächlich auf sich?

Er liegt im Landkreis Ostallgäu, gleich hinter der schönen Stadt Füssen auf 868 m über dem Meer. Mit knapp 500 m Länge und 300 m Breite gehört er sicher nicht zu Bayerns größten Seen, dafür überzeugt er mit seiner Tiefe von bis zu 32 Metern! 32 Meter die viel Platz für Spekulationen lassen.

Schon der Fund einer Kultstätte der Kelten ganz in der Nähe des Sees, zeigt, dass der See für uns Menschen wohl schon lange ein Mysterium ist.

Fangen wir bei den Fabelwesen an, die hier hausen sollen! Seht Euch vor! Unvorsichtige Wanderer werden in den See gezogen oder verschwinden in tiefen Erdspalten.

Auch sollen des nächtens Stimmen über dem See zu hören sein, die um Hilfe schreien. Laßt Euch nicht einlullen und bleibt auf Eurem Weg!

Besonders gruselig ist auch der Beiname des Sees! „Der blutende See“ – huaaaah! Aber keine Sorge, das ist nicht das Blut der vielen Opfer des Seeungeheuers, sondern ist recht einfach zu erklären: In circa 15 Metern Tiefe weist der Alatsee eine rot gefärbte Schicht aus Schwefelbakterien auf. Oberhalb dieser Schicht ist der See sauerstoffreich und belebt, darunter fast sauerstofflos und ohne Leben.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf und im Alatsee Experimente von Luftwaffentechnikern abgehalten. Auch hier gibt es natürlich reichlich Material für Spekulationen! Liegen hier tatsächlich auf dem Grund geheime Waffen, die zusammen mit einem Goldschatz der Deutschen Reichsbank zum Ende des Krieges versenkt worden sind? Früher wurden dadurch viele Taucher und Schatzsucher angelockt. Heute ist zumindest das Tauchen verboten. Dafür benötigt man eine Sondergenehmigung.

Vielleicht findet man aber ja zufällig in der Umgebung den unterirdischen Gang, der einstmals von Reisenden aus Venedig, unter dem Alatsee hindurch gebaut wurde, in dem sie unglaubliche Mengen an Gold versteckt haben! Findet Ihr den Schatz und Ihr seid in Not, dürft Ihr Euch nehmen, soviel Ihr braucht um zu überleben! Aber Achtung! Werdet nicht gierig, denn dann schließt sich die Tür zur Schatzkammer und gibt Euch nicht mehr frei!

Alles klar bei Euch? Traut Ihr euch trotzdem? Prima, denn tatsächlich ist der Alatsee eben ein idyllisch gelegener Gebirgssee, an dessen Ufer man herrlich entspannen und verweilen kann.

Wir starten unsere kleine Wanderung, die wir mal wieder mit Familienmitgliedern von 6 – 88 Jahren unternommen haben, am Parkplatz direkt oben am Alatsee. Da dieses schöne Fleckchen Erde mittlerweile nicht mehr wirklich ein „Geheimtipp“ ist, wird es hier zeitweise ziemlich voll, so auch an diesem Montagnachmittag in den Ferien – aber keine Sorge, am See verteilt es sich. Viele sind auch auf den umliegenden Bergen und Wanderwegen unterwegs.

Als wir den See gleich hinter der Kuppe erreichen, hat er nichts von einem furchteinflößenden Gewässer, aber magische scheint er zu sein! Die Kinder werden sofort angezogen…

… und schwubs, schon verschwunden… nein, natürlich nicht! Die junge Dame ist mit den anderen Kids schon in Richtung Badeplatz unterwegs während ich noch ein bisschen die Ruhe genieße.

Läuft man nämlich rechts am Ufer entlang, kommt man direkt zu einer Wiese, auf deren Ausläufern es sich Badegäste und Sonnenanbeter gleichermaßen gemütlich machen.

Okay, wenn Ihr die Runde an einem schönen Herbsttag macht, könnte das Wasser etwas kalt sein. Im Sommer dagegen ist es herrlich erfrischend.

Aber was Ihr vielleicht auch um diese Jahreszeit entdecken könnt, ist die Krebsfamilie, die wir im Schilf und am Ufer gesichtet haben. Ehrlich gesagt habe ich noch nie so große Schalentiere in einem See gesehen!

Nach zwei Stunden in der Sonne und im Wasser geht es für uns weiter und wir beobachten die Mutigen, die sich über ein Seil in den See fallen lassen.

Gemächlich geht es auf dem wunderbaren Weg weiter, der auch für geländegängige Kinderwägen geeignet ist.

Immer wieder bewundern wir die schöne Flora.

Am Wegesrand stehen vereinzelt Kästen mit Erklärungen zur Tier- und Pflanzenwelt.

Am anderen Ende des Sees angekommen, geht es nochmal kurz ins Kneippbecken. Auch hier gibt es einige Bänke und eine kleine Liegewiese.

Leider haben wir Pech, als wir das Restaurant Alatsee erreichen, wo wir einen Kaffee und Kuchen auf der Terrasse genießen wollen. Leider wird heute eher geschlossen. Dabei hatte ich viel Gutes gehört und wollte es gerne selbst ausprobieren. Naja, vielleicht könnt Ihr mir ja berichten, wie es schmeckt und wir kehren dann beim nächsten Mal ein.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz entdecken wir eine weitere Möglichkeit direkt in den See zu gelangen. Also erstmal den Baum rauf, Trapez angeln und… platsch! Für uns heute leider schon etwas zu kalt… aber beim nächsten Mal!

Das Bootchen würden wir gerne ausprobieren, aber wer weiß, was sich die wilden Wasserwesen für unbefugtes Ausleihen eines Bootes einfallen lassen.

So geht es für uns die letzten paar Meter zurück zum Auto. Was soll ich sagen? Wir haben den Tag tatsächlich glücklich und entspannt überlebt, allerdings haben wir uns verzaubern lassen. So können wir Euch den Besuch nur empfehlen, allerdings ganz ohne Haftung!


Hier noch ein paar weitere Infos:

Streckenlänge: 1,5 km

Laufzeit: 30 Minuten

Höhenmeter: 20 m

Karte auf Komoot:

https://www.komoot.de/tour/95749043

Kinderwagengeegnet: ja

Einkehrmöglichkeit: Hotel/Restaurant Alatsee

Parken: Gebührenpflichtiger Parkplatz kurz vor dem See

Lesematerial gefällig? Hier gibt es Kluftingers 3. Fall: Seegrund:

Am Alatsee bei Füssen macht der Allgäuer Kommissar Kluftinger eine schreckliche Entdeckung – am Ufer liegt ein Taucher in einer riesigen roten Lache… also doch!!! Kann der Ermittler den Fall lösen? Die Antwort gibt es in diesem Partner-Link* zu Amazon:

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Viel Spaß!

Eure Anja und die mutigen Seeforscher!

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2 Responses

  1. Huuuh, da könnte ja gleich noch Nessie auftauchen! Sehr idyllisch liegt der See. Die Wanderung bzw. der Spaziergang ist sehr gemütlich und man überanstrengt sich dabei sicher nicht. Ich finde es spannend, wenn sich viele Geschichten um den See ranken. Da hat man doch gleich eine Menge Gesprächsthemen.
    Viele Grüße von
    Margit

    1. Landei und Co

      Liebe Margit,
      absolut! Es ist idylle pur! Solange die Sonne scheint…
      Vielleicht sollte man die Wanderung mal in der Dämmerung bei Nebel machen… mit Laternen… zum Beispiel zu Halloween…
      Das ist überhaupt die Idee… wäre ein Geschäftsmodel für den Füssener Tourismus… Gruseln am See…
      Herbstliche Grüße,

      Anja

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